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Können Pferde trauern?

Das ist eine große Frage die viele Pferde Besitzer umtreibt (die meisten unter euch ahnen richtig).

Ich möchte euch dazu ein wenig erzählen. Ich im Laufe meiner vielen Jahre mit und um Pferde habe ich schon einige von diesen wundervollen Tieren gehen sehen.

Vor vielen Jahren starb mein erstes Pferd Maurice im Beisein seines besten Pferde Kumpels. Von diesem Tag an wusste ich, da gibt es etwas nach dem Tod. Etwas was wir nicht sehen können, die Pferde aber doch. Sie tragen ihr Wissen ohne unsere menschlichen Einschränkungen, wie z.B. Bewertungen oder fixen Vorstellungen.

Maurice bester Kumpel trauerte einige Tage, er wieherte und rief ihn, obwohl er bei seinem Sterbeprozess anwesend sein durfte, was ja nicht oft geschieht. Doch er trauerte.....


Es gab mehrere Pferde in unserer Stallgemeinschaft die über den Regenbogen gezogen sind und immer herrschte 3-4 Tage eine trauernde Stimmung im Stall, die nicht nur von uns Menschen ausging.


Vor acht Jahren durfte ich erleben wie nach dem Weggehen unseres Romeos, meine beiden zurück gebliebenen Wallache mich in ihren Trauerprozess einbezogen. Es war einige Tage später und ich war fertig mit der Stallarbeit. Teun und Villy standen auf dem Paddock. Auf dem Weg zum Auto musste ich an ihnen vorbei, Teun sah mich an und wieherte mehrmals, es war wie ein Rufen. Nach Romeo oder mir? Ich wusste es nicht. Und alles in mir sträubte sich dagegen zu den beiden zu gehen, weil ich nicht schon wieder weinen wollte..... (Verstand halt...)


Ich stoppte doch, denn er hatte seinen Zieh Vater verloren überlegte ich, seinen besten Freund und seine Leitfigur. Also tappte ich in den Paddock. Ich stand da irgendwie verloren und fühlte mich nicht zugehörig. In diesem Moment als mir bewusst wurde wie alleine ich war, kamen die beiden zu mir. Einer rechts und einer links von mir. Eine riesige Welle von Traurigkeit überrollte mich, meine .... die der beiden. Es war zu viel um nicht weinen zu müssen. Sie legten ihre Köpfe gegen meinen Körper und mir wurde klar, ich bin ein Teil dieser kleinen Herde, ich war nie alleine und werde es nie wieder sein.

Wir alle drei haben Romeo gehen lassen müssen und dieses Erlebnis hat unser zusammen sein so sehr verändert. Es dauerte für Teun noch einige Wochen bis er mit seiner neuen Rolle zurecht kam.




Wenn du das nächste mal dabei bist wenn ein Pferd gehen muss, dann schau auf die anderen. Beobachte sie und stell dich ihrer Trauer, in dem du dies tust wirst auch du ein wenig heiler in dir drin.

Für viele Menschen ist der Sterbeprozess ein Akt den sie nicht sehen wollen über den sie auch nicht nachdenken möchten. Warum? Weil er uns berührt, auf der einen Seite in unserer Endlichkeit, doch wenn du zu glauben vermagst, auch in unserer Unendlichkeit. Darum geht es denke ich.


Ich freue mich über deine Kommentare und deine Gedanken zu diesem Thema.



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